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Slash-Karriere: Warum immer mehr Menschen mehrere Jobs gleichzeitig haben

Eine Person, drei Berufe: UX-Designerin / Female-Founders-Beraterin / Podcast-Host. Was hinter dem Trend zur Mehrfachkarriere steckt – und was Slasher:innen wirklich brauchen.
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Frau sitzt mit Laptop in einem modernen Coworking Space und arbeitet an einem flexiblen Arbeitsplatz.

Flexible Arbeitsorte sind für viele Menschen mit mehreren beruflichen Standbeinen ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags.

Im Coworking Space: Auf dem Bildschirm liegen drei Entwürfe für die App eines Berliner Mobility-Start-ups. Zwei Tage später, gleicher Schreibtisch: Jetzt geht es um Beteiligungsfragen und Pitchdeck-Feedback für eine Female-Founders-Runde. Freitag im Homeoffice, Mikro an: Folge 47 des eigenen Podcasts wird aufgenommen.

Drei Tätigkeiten, eine Person.

Was vor zehn Jahren noch als „kann sich nicht entscheiden" galt, ist heute Strategie: die Slash-Karriere. Statt einer geradlinigen Laufbahn entstehen mehrere Standbeine parallel. Warum dieser Trend längst kein Lifestyle-Phänomen mehr ist, was Studien dazu sagen und was es braucht, damit Slashing wirklich funktioniert.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Rund 4,1 Millionen Erwerbstätige in Deutschland haben mindestens eine zweite Tätigkeit
  • 60 % aller Existenzgründungen passieren im Nebenerwerb
  • KI verändert Qualifikationsanforderungen in betroffenen Berufen 66 % schneller
  • Slash-Karrieren brauchen klare Strukturen: professionelle Adressen, Räume, Rollen
  • Geschäftsadresse und Coworking als pragmatische Profi-Basis

Slash-Karriere: Was hinter dem Schrägstrich steckt

Der Begriff stammt aus dem englischsprachigen Raum. Wer mehrere berufliche Rollen parallel ausübt, trennt sie auf der Visitenkarte mit einem Schrägstrich: Designerin / Beraterin / Podcasterin. Geprägt hat ihn die US-Journalistin Marci Alboher mit ihrem Buch „One Person / Multiple Careers" (2007). In Deutschland ist die Debatte später angekommen, dafür mit Wucht.

Wichtig: Slasher:innen sind keine Multijobber:innen aus Notwendigkeit und auch keine klassischen Side Hustler:innen. Die feinen, aber entscheidenden Unterschiede:

  • Slasher:in: Mehrere bewusst gewählte Tätigkeiten, oft inhaltlich verzahnt: Strategie statt Notlösung.
  • Multijobber:in: Primär ökonomisch motiviert, mehrere Jobs zur Einkommenssicherung.
  • Side Hustler:in: Nutzt ein Nebenprojekt, um eine Geschäftsidee zu testen oder zu skalieren, mit Ausstiegsoption Richtung Vollzeit-Selbstständigkeit.

Der Übergang ist fließend. Viele Slasher:innen beginnen als Side Hustler:innen, bevor sich aus dem Nebenprojekt ein eigenständiges zweites Standbein entwickelt.

Vom Nischentrend zur neuen Normalität: Die Zahlen

Was nach Berliner Kreativblase klingt, ist statistisch längst Mainstream.

  • Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten in Deutschland hat sich laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt und liegt mittlerweile bei rund 4,1 Millionen.
  • Auch der KfW Gründungsmonitor zeigt, wie verbreitet das Modell ist: 60 % aller Existenzgründungen in Deutschland passieren im Nebenerwerb. Das entspricht 328.000 von 550.000 Gründungen pro Jahr. 
  • Ein Blick über die Grenze zeigt, wohin der Trend wandert: In Frankreich gelten bereits rund 16 % der Erwerbstätigen als Slasher:innen. 

Kurz: Slashing ist kein Großstadt-Lifestyle mehr, sondern ein struktureller Shift in der Erwerbsbiografie.

Warum gerade jetzt? Vier Treiber des Slash-Trends

  1. Wertewandel: Sinn schlägt Status

    Jüngere Generationen suchen Erfüllung in mehreren Bereichen statt in einem einzigen Jobtitel. Eine Karriere reicht oft nicht, um alle Interessen, Werte und Talente unterzubringen.
     

  2. Remote Work und ortsunabhängige Strukturen

    Ohne tägliche Präsenzpflicht lassen sich mehrere Rollen besser miteinander vereinbaren. Wer flexibel arbeitet, kann Tätigkeiten zeitlich und räumlich entkoppeln – und damit überhaupt erst kombinieren.
     

  3. KI als Tätigkeits-Verdichter

    Hier wird es spannend: Laut PwC AI Jobs Barometer 2025 verändern sich die geforderten Skills in stark KI-betroffenen Berufen 66 % schneller als in weniger betroffenen.

    Die Beratung McKinsey rechnet zudem bis 2030 mit bis zu 3 Millionen Jobwechseln in Deutschland.

    KI automatisiert nicht ganze Berufe, sondern Tätigkeitsanteile und macht damit Raum frei für Kombinationen, die früher zeitlich unmöglich waren.

  4. Plattformökonomie senkt Eintrittshürden


    Substack, Notion, Stripe, LinkedIn: Tools, die früher ein ganzes Team gebraucht hätten, laufen heute auf einem Laptop. Damit lässt sich eine zweite Karriere parallel aufbauen, ohne fünfstellige Investitionen.
     

Chancen und Risiken: Slasher:in zu sein ist kein Selbstläufer

So spannend Slashing klingt, so klar sind die Stolperfallen.

Vorteile

→ Mehrere Einkommensströme erhöhen die Resilienz: fällt eine Tätigkeit weg, tragen die anderen.

→ Skill-Transfer zwischen den Rollen erzeugt Wettbewerbsvorteile, die Mono-Spezialist:innen fehlen.

→ Persönliche Erfüllung durch Raum für mehrere Interessen und Talente.
 

Achtung

→ Zeit- und Energiemanagement wird zur Kernkompetenz, nicht zum Soft Skill.

→ Steuer, Sozialversicherung, Arbeitsrecht: Jede Tätigkeit hat eigene Spielregeln.

→ Ohne klare Strukturen verschwimmen Rollen und damit der wirtschaftliche Erfolg.

Achtung: Klare Linie zwischen Hauptjob und Slash-Tätigkeit

Nebenabrede mit dem:der Arbeitgeber:in, separate Buchhaltung, separate Geschäftsadresse: Wer parallel angestellt und selbstständig arbeitet, sollte beides sauber trennen. Eine ausführliche Checkliste dazu liefert unser Artikel: 10 Tipps zum Gründen neben dem Vollzeitjob. 

Was Slash-Karrieren wirklich brauchen: Infrastruktur statt Improvisation

Eine Person, drei Rollen …und eine Wohnzimmer-Adresse für alles? No way! Genau hier scheitert die Außenwirkung. Wer mehrere Standbeine professionell aufstellen will, braucht professionelle Strukturen, die mitwachsen.

  • Geschäftsadresse statt Privatanschrift: Eine seriöse Geschäftsadresse im Impressum signalisiert Kund:innen Professionalität und schützt die private Wohnanschrift vor offener Internet-Recherche.
     
  • Flexible Arbeitsorte statt Mietvertrag: Ein Coworking-Platz lässt sich auf alle Tätigkeiten umlegen, ohne dass eine einzelne Rolle die Fixkosten allein tragen muss. Für Kund:innentermine kommen Meetingräume dazu, einfach buchbar an jedem Office-Club-Standort
     
  • Virtuelles Büro für Slasher:innen mit Registereintrag: Wer für eines der Standbeine eine GmbH oder UG gründet, braucht ein offizielles Firmendomizil. Ein virtuelles Büro von Office Club deckt das pragmatisch ab, ohne hohe Mietkosten zahlen zu müssen.
     

Profi-Tipp: Die Tätigkeiten auch organisatorisch entkoppeln: Eine Adresse, ein Mailaccount, ein Kalender pro Rolle. Das macht den Alltag leichter und die Steuer deutlich sauberer.

Fazit: Eine Karriere ist heute oft eine zu wenig

  • Slash-Karrieren sind keine Notlösung, sondern eine Resilienzstrategie für die KI-Ära.
     
  • Die Zahlen sprechen für sich: rund 4,1 Millionen Mehrfachbeschäftigte allein in Deutschland.
     
  • Damit Slashing trägt, braucht es Struktur: getrennte Rollen, getrennte Räume, getrennte Adressen.

Eine Person, mehrere Standbeine? Eine professionelle Adresse genügt. Mit einer Geschäftsadresse von Office Club tritt jede Slash-Karriere seriös auf – ohne eigenes Büro, ohne Privatanschrift im Impressum, ohne langfristige Mietverträge.

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