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2019 Global Coworking Survey: Erste Erkenntnisse

Erste Ergebnisse der 2019 Global Coworking Survey

In der Coworking-Branche werden frische Erkenntnisse der jährlichen Global Coworking Surveys immer mit Spannung erwartet. Resultate der Studie, die vom Online-Magazin Deskmag durchgeführt wird, haben wir in den Vorjahren unter anderem in diesem Artikel und an dieser Stelle aufgegriffen. Auch dieses Jahr ist interessant zu sehen, wie sich der Coworking-Markt laut der neuesten Studie weiterentwickelt hat. An dieser Stelle wollen wir ein paar zentrale Punkte aus der 2019er-Studie ansprechen:

Immer mehr Mitglieder pro Space

Die Zahl der weltweit bestehenden Coworking Spaces befindet sich weiterhin im Wachstum. Noch schneller wächst allerdings die Zahl der Coworker - also die Anzahl derjenigen, die Mitglied in einem Space sind. So hat sich die durchschnittliche Anzahl der Mitglieder pro Space von im Schnitt 74 (in 2017) auf 90 (Anfang 2019) erhöht. Eine beachtliche Steigerung, die sich auch in der Profitabilität der Coworking Spaces niederschlagen dürfte (mehr hierzu weiter unten).

Durchschnittliche Flächengröße schrumpft erstmals

Ebenfalls sehr bemerkenswert ist, dass die durchschnittliche Flächengröße der Coworking Spaces nicht mehr weiterwächst, sondern erstmals leicht abnimmt. Das könnte zum einen daran liegen, dass es mittlerweile immer mehr Spaces in kleinen Städten gibt, die tendenziell auch über kleinere Flächen verfügen. Ein weiterer Erklärungsansatz könnten aber auch die global stark steigenden Immobilienpreise bieten, die es erforderlich machen, dass sich sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen weniger Raum zum Arbeiten und Leben leisten können.

Je mehr Mitglieder, desto profitabler


Zur wirtschaftlichen Lage der Coworking Spaces gibt es ebenfalls frische Zahlen: Danach beurteilen die großen Coworking Spaces mit mehr als 200 Mitgliedern ihre wirtschaftliche Situation zu 68% als gut. Bei kleineren Spaces mit weniger als 50 Mitgliedern sehen sich aktuell nur 28% der Betreiber in einer ökonomisch guten Lage.

Große Flächen rentieren sich

Ähnliche Werte gibt es auch hinsichtlich der Flächengröße: Von den Spaces, die mehr als 2.000 Quadratmeter zur Verfügung haben, betrachten 65% ihre wirtschaftliche Situation als positiv, während unter den kleinen Spaces, die über Flächen von weniger als 500 Quadratmeter verfügen, nur 33% von einer guten wirtschaftlichen Lage berichten. Es scheint sich also als Trend abzuzeichnen, dass Größe sowohl in der Fläche als auch in der Anzahl der Mitglieder förderlich für die Profitabilität ist.

Globale Zufriedenheit mit der Verbreitung der Spaces

Sehr spannend ist auch ein Blick auf die „Sättigungsrate“ hinsichtlich der Verbreitung von Coworking Spaces in den Städten: Insgesamt gesehen äußern die Befragten der Studie eine gleichbleibende Zufriedenheit mit der Anzahl der Spaces, die eine konstante Mehrheit von 59% als in der Menge „genau richtig“ einschätzt. Diese Zahl hat sich im Verlauf der Jahre von 2014 bis 2019 sogar leicht verbessert.

Übersättigung in den Millionenstädten?

Interessant ist dabei allerdings, dass eine wachsende Zahl von Coworkern in den Millionenstädten der Meinung ist, dass es dort mittlerweile zu viele Spaces gibt - der Anteil derjenigen, die dieser Aussage zustimmen, ist von 25% in der 2018er-Studie auf 31%  in der neuesten Studie gestiegen. Genau umgekehrt sieht die Einschätzung hingegen in den Großstädten mit 500.000 bis 1 Million Einwohnern aus: Hier sind nur noch 21% der Befragten der Meinung, dass die Anzahl der Spaces zu hoch sei - verglichen mit 28% im Vorjahr.

Weiterhin starke Expansionspläne in der Branche

Sehr konstant bleibt der Prozentsatz der Coworking Spaces, die planen zu expandieren: Seit der ersten Studie im Jahr 2012 liegt dieser Wert fast durchgängig über der 60%-Marke. Aktuell äußern in der 2019er-Studie 63% der Betreiber, dass sie mit ihrem Coworking Space weiter expandieren wollen.

Potenzial für Neugeschäft hoch

Aufschlussreich ist in der 2019 Global Coworking Survey auch der immer noch sehr hohe Anteil an Mitgliedern, die noch oder wieder in ihrem ersten Coworking Space arbeiten. Er liegt immer noch bei beachtlichen 69% - verglichen mit den 87% aus dem Jahr 2013 immer noch ein sehr hoher Wert, der aufzeigt, wieviel Potenzial für Neugeschäft offenbar noch immer in diesem Business steckt.

Hohe Verweildauer in Europa und Nordamerika

Ebenfalls sehr spannend ist es zu sehen, wie unterschiedlich die geplante Verweildauer in den Coworking Spaces auf den verschiedenen Kontinenten ausfällt: Während in Asien nur 33% der befragten Coworker sagen, dass sie ihrem Space treu bleiben wollen, sieht dies in Nordamerika ganz anders aus: Hier äußern 68% der Befragten, dass sie weiterhin in ihrem Space arbeiten wollen und keinen Wechsel planen. Und auch in Europa liegt dieser Wert bei hohen 65%.

Eine mögliche Interpretation wäre es, dass das Arbeiten in Coworking Spaces, das von Unternehmen für ihre Angestellten bereit gestellt wird, in Europa und Nordamerika schon sehr viel weiter verbreitet ist als in Asien. In jedem Fall verdeutlichen die Ergebnisse der neuen Studie wieder, wie viel Spannung und Bewegung im Umfeld der Coworking Spaces weiterhin vorhanden ist.

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass Coworking und die Branche dahinter nach wie vor zu einem der dynamischsten Impulsgeber der heutigen Arbeitswelt zu zählen ist. Mit der rasanten Verbreitung des Konzepts und den unterschiedlichsten Ausprägungen in der Praxis, dürfte die weitere Entwicklung einer der spannendsten Indikatoren bei der Frage bleiben, wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden.

 

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