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Acht Fragen an den Psychotherapeuten

Meet a Member: Thomas Fein

1. Was verbirgt sich hinter deinem Beruf als Psychotherapeut? Als Psychotherapeut habe ich mich auf die Verhaltenstherapie spezialisiert und…
von Lea Albring |

Thomas Fein

1. Was verbirgt sich hinter deinem Beruf als Psychotherapeut?

 

Als Psychotherapeut habe ich mich auf die Verhaltenstherapie spezialisiert und praktiziere in einer Privatpraxis in Hannover. In der Therapie helfe ich Menschen, ihre Denkprozesse zu verändern, um dysfunktionale, angstauslösende oder traurig machende Gedanken zu überwinden. Ein zentrales Element meiner Verhaltenstherapie ist die Ermutigung, sich anders zu verhalten und sich dadurch neu zu erleben – etwa durch den Aufbau von neuen Freizeitaktivitäten oder das Hinterfragen von Glaubenssätzen, die meistens aus dem familiären Umfeld, das uns geprägt hat, stammen.

In einer reizüberfluteten Welt sehe es als meine Aufgabe, Menschen dabei zu helfen, innezuhalten, Ruhe zu bewahren und Grübeln zu reduzieren – keine geringe Herausforderung bei den ganzen Stimuli, die uns permanent umgeben.

 

2. Was waren die wichtigsten Stationen deines beruflichen Werdegangs?

 

Meine Berufslaufbahn war geprägt von verschiedenen Wendungen und Einflüssen. Obwohl meine Mutter auch Psychotherapeutin ist, entschied ich mich nach dem Abitur zunächst, wie mein Vater Toningenieur zu werden. Diese Karriere führte mich dann durch ganz Europa, wo ich mit bekannten Bands wie der Kelly Family, Nena, Kool and the Gang oder Westernhagen auf Tour ging – eine Erfahrung, die meine Lebenssouveränität maßgeblich prägte. Doch mit 30 Jahren entschied ich mich für einen Neuanfang: Ich wollte sesshaft werden, berufsbedingt nicht mehr andauernd reisen müssen. Also begann ich mein Psychologiestudium in Braunschweig, absolvierte danach meine Psychotherapeutenausbildung in Hildesheim und arbeitete anschließend in einer Klinik nahe Hannover als angestellter Psychotherapeut.

 

3. Wann und wie hast du dich selbstständig gemacht – und was waren deine wichtigsten Lektionen auf diesem Weg?

 

Meine Selbstständigkeit begann im Jahr 2017, als ich mich zusammen mit einem damaligen Kollegen erstmals in einer eigenen Praxis niederließ. Die erste Niederlassung in Laatzen war eine wichtige Lernerfahrung, die allerdings durch Konflikte geprägt war und mich dazu veranlasste, eigene Wege zu gehen. Daraus zog ich die Lehre, dass eine reine Privatpraxis, an einem schönen Standort mit ansprechendem Ambiente und professionellem Empfang, für mich genau die richtige Lösung ist. Diesen Schritt setzte ich dann mit der Praxis in den Räumlichkeiten von Office Club Hannover an der Georgstraße um. Die Kombination aus Privatpraxis und bester Lage – meine Patienten und ich können bei unseren Gesprächen den Blick auf Hannovers Oper genießen – war genau das richtige für meine beruflichen Bedürfnisse.

 

4. Was hat dich dazu gebracht, Member im Office Club zu werden?

 

Diese Entscheidung wurde durch mehrere Faktoren beeinflusst. Zum einen bietet die hochwertige Ausstattung des Standorts einen tollen Rahmen für eine Privatpraxis. Dass ich nicht in einem Ärztehaus oder ähnliches sitze, ist überhaupt kein Nachteil: Meine Patientinnen und Patienten kommen oft selbst aus der freien Wirtschaft, sind Umgebungen wie den Office Club also gewöhnt und fremdeln hier nicht – ganz im Gegenteil. So wie ich können auch sie von der Getränke-Flatrate profitieren. Ein weiterer toller Vorteil ist der Telefonservice von Office Club, den ich nutze. So bin ich auch in meinen Therapiestunden erreichbar, ein echtes Plus im Gegensatz zu anderen Praxen.

Nicht zuletzt ist die Unterstützung durch Frau Echterling und Frau Schramm am Empfang hier am Standort ganz besonders hervorzuheben: Die Mischung aus Professionalität, Souveränität und Menschlichkeit ist für mich und meine Patienten ein riesiger Gewinn.

 

5. Welche positiven Ereignisse oder Begegnungen verbindest du mit der Arbeit in den Räumen von Office Club?

 

Neben den Begegnungen mit meinen Patientinnen und Patienten genieße ich auch die Begegnungen abseits der Praxis. Besonders hervorzuheben sind die Bürofeste und kleinen Treffen, die ein- bis zweimal jährlich am Standort stattfinden. Diese Veranstaltungen bieten eine tolle Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken mit anderen Berufstätigen wie Anwälten oder Immobilienmaklern. Solche Abende tragen zu einer lebendigen Bürogemeinschaft bei und ermöglichen es, über das übliche „Guten Morgen“ hinaus Beziehungen zu pflegen und sich gegenseitig kennenzulernen.

 

6. Gibt es berufliche Stationen oder Situationen, an die du heute ungern zurückdenkst?

 

Es gab durchaus Momente, die nicht einfach waren. Ein besonders prägendes Beispiel war der bereits erwähnte Konflikt im Zuge einer gemeinsamen Niederlassung mit einem Kollegen. Wir hatten eine gemeinsame Zukunft in einer Praxis geplant, in der mein Kollege der Hauptmieter war, doch es kam zu Unstimmigkeiten und schließlich zu einer Trennung. Dieser Konflikt und die darauffolgende Trennung waren herausfordernde Zeiten, in denen ich ernsthaft über meine berufliche Existenz und Zukunft nachdenken musste.

In dieser Phase der Neuorientierung zog ich wichtige Personen wie meine Frau und auch meine Mutter als Ratgeberinnen zu Rate. So fiel auch die Entscheidung, mich mit einer Privatpraxis im Office Club niederzulassen. Diese Entscheidung hat sich als ideal für mich erwiesen, und ich möchte diesen Ort nicht mehr verlassen. Rückblickend betrachtet, hätte ich gewünscht, früher vom Office Club gewusst zu haben, da dies mir möglicherweise einige Schwierigkeiten erspart hätte.

 

7. Wie gewinnst du Abstand von deiner Arbeit?

 

Das gelingt mir durch Meditation. Sie ist ein fester Bestandteil meines Lebens, ich meditiere sowohl als festes Ritual als auch bedarfsorientiert. Ein prägendes Erlebnis war die Begegnung mit einer Nonne, die vor etwa 20 Jahren hier in Hannover einen Workshop über Buddhismus und Meditation gab. Diese Selbsterfahrung sammelte ich schon vor meinem Psychologiestudium und sie hat mich tief beeinflusst.

Mittlerweile habe ich die Meditation so verinnerlicht, dass ich sie sogar in der Bahn praktizieren kann: Ich schließe für drei Minuten die Augen, konzentriere mich auf meine Atmung, und die wirbelnden Gedanken in meinem Kopf beruhigen sich. Diese Erfahrungen gebe ich auch in meiner therapeutischen Arbeit weiter.

 

8. Wie sieht deine persönliche Work-Life-Balance aus?

 

Ich folge dem Prinzip, in allen Dingen eine Balance zu finden – ein Konzept, das mir besonders am Herzen liegt. Ein Kollege von mir praktiziert beispielsweise Auto-Meditation: Bei Ankunft schaltet er den Motor aus, schließt die Augen und genießt für wenige Minuten ganz bewusst die Stille. Dies zeigt, dass Work-Life-Balance auch in kleinen Etappen und durch regelmäßige Fokussierung erreicht werden kann. Solche Mikro-Ausgleiche im Alltag helfen, nicht zu sehr in Stress zu geraten und automatisierte Muster wie „stressiger Tag, das muss so sein“ zu durchbrechen.

Nach der Arbeit finde ich vor allem Ausgleich durch Sport: Schwimmen im Freien oder auch Fahrradfahren im Wald hilft mir, Serotonin, das sogenannte Gelassenheitshormon, auszuschütten – ein weitere Weg, Balance und Ausgeglichenheit in meinem Leben herzustellen.



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