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Freie Platzwahl: "Work from anywhere"

Work from anywhere - freie Wahl des Arbeitsortes

Freie Platz des Arbeitsortes

In Politik und Wirtschaft ist in den letzten Jahren viel über den Wandel der Arbeitswelt weg von starren Arbeitsplatzverhältnissen hin zu flexiblem Arbeiten diskutiert worden. Oft kam dabei auch das Konzept Home Office zur Sprache. Tatsächlich kursieren in Deutschland Gesetzentwürfe, die einen allgemeinen „Anspruch auf Home Office“ vorsehen. Doch was wäre, wenn man diese grundsätzliche Idee noch weiter fassen würde, und daraus eine wirklich freie Arbeitsplatzwahl machen würde?

Studie zur freien Arbeitsplatzwahl

Im englischen Sprachraum läuft dieses Konzept unter dem Begriff „Work from anywhere“ oder WFA. Das Wirtschaftsfachmagazin Harvard Business Review hat sich dem Thema in einer Untersuchung ausführlich gewidmet. Hier wollen wir die wichtigsten Erkenntnisse genauer vorstellen.

Steigerung der Produktivität

Insgesamt stellen die Forscher bei allen Studien-Teilnehmern, die sich ihren Arbeitsplatz frei wählen konnten, eine Zunahme der Produktivität von 4,4% fest - verglichen mit denen, die von einem festen Platz im Unternehmen aus arbeiteten.

Informelle Lerneffekte nutzen

Eine weitere spannende Beobachtung: Je weniger weit die WFA-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer untereinander entfernt saßen, desto stärker gelang es ihnen, auf einer informellen Basis voneinander zu lernen. Die Lerneffekte besaßen insgesamt eine vergleichbar gute Qualität wie jene, die Arbeitskollegen direkt im Büro erzielen, wenn sie zusammen in einem Raum oder zumindest auf der gleichen Büroetage sitzen.

Wie wird freie Arbeitsplatzwahl zu einem Erfolg?

Darüber hinaus haben die Forscher einige Faktoren identifiziert, die dafür sorgen, dass das Konzept der freien Arbeitsplatzwahl zu einem Erfolg werden kann. Hier sind die wichtigsten Empfehlungen für alle, die eine WFA-Strategie erfolgreich umsetzen wollen:
 

  • - Freie Arbeitsplatzwahl funktioniert am besten, wenn der Arbeitgeber ein Höchstmaß an Autonomie gewährt. Wenn der Boss hingegen durch „Micro-Management“ das WFA-Konzept konterkariert, verpuffen die positiven Effekte der freien Wahl des Arbeitsorts.
     
  • - Ein gemeinsames Set an Technologie-Tools erhöht die Produktivität: Wenn all die räumlich voneinander entfernten Teile eines Teams die gleichen Tools, z.B. Messaging-Dienste, verwenden, wurde in der Studie eine Steigerung der Produktivität um etwa 3% erfasst.
     
  • - „Work from anywhere“ funktioniert besser mit erfahrenen Angestellten als mit Neueinsteigern. Nach einer Zeit der Einarbeitung und des Trainings ist es aber möglich, den Angestellten die Freiheit zu geben, ihren Arbeitsort frei zu wählen.
     
  • - Wichtig: Überprüfen, ob die Art der Arbeit für eine freie Arbeitsplatzwahl geeignet ist. Nicht jede Tätigkeit lässt sich ganz selbstverständlich und sinnvoll von überall aus erledigen.
     
  • - Seine „Außenposten“ hegen und pflegen. Mit Annehmlichkeiten, wie der gastronomischen Versorgung oder gemeinsamen Meetings, kann der Arbeitgeber erfolgreiches Arbeiten und eine Zunahme der Produktivität gezielt beeinflussen.
     

Work from anywhere und Coworking Spaces

Die Ideen rund um die freie Arbeitsplatzwahl haben große Schnittmengen mit dem Konzept Coworking. In Coworking Spaces können Arbeitgeber ihre Angestellten in der Regel genauso gut mit allen technischen Voraussetzungen ausstatten, wie mit der kulinarischen Versorgung oder Besprechungsräumen. Je nach Branchen-Fokus des Coworking Spaces kann dieser außerdem ein idealer Ort hinsichtlich Networking und, wie oben ausgeführt, dem informellen Lernen sein. Freie Wahl des Arbeitsplatzes und Arbeiten im Coworking Space sind also zwei Konzepte, die sich ideal miteinander kombinieren lassen. So lassen sich auf smarte Weise Synergien für alle Beteiligten heben.

 

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