Vom Nutzen des Smalltalks am Arbeitsplatz

Smalltalk: Mehr als Zeitvertreib

Smalltalk: Mehr als Zeitvertreib

Ungezwungene Gespräche und ein unkomplizierter Austausch zwischen Coworkern sind einer der Gründe, die das Arbeiten im Coworking Space für viele so attraktiv macht. Oft steht hier allerdings der fachliche Austausch im Fokus. Doch was ist eigentlich mit all den kleineren Interaktionen in Bistro und Kaffeeküche? Können diese ebenfalls für unsere Arbeit von Nutzen sein? Dieser Frage haben sich Wissenschaftler der Universität von Michigan in einer Studie gewidmet. Ein erstaunliches Resultat dieser Untersuchung ist, dass der gute alte Smalltalk am Arbeitsplatz allen Beteiligten dabei hilft, bessere Ergebnisse im Job zu erzielen.

Persönlicher Smalltalk vor den Tests


Dabei wurde die eine Gruppe der Studienteilnehmer gebeten, kleine persönliche Gespräche von etwa zehn Minuten Dauer zu führen, um andere Menschen besser kennenzulernen. Anschließend sollten sie in kognitiven Tests eine Reihe von Aufgaben lösen.

Kontrollgruppe mit kompetitiven Gesprächen

Die andere Gruppe wurde gebeten, Unterhaltungen zu führen, die dem Leistungs- und Wettbewerbsdenken unterlagen. Auch mit diesen Teilnehmern führten die Forscher an der Universität von Michigan anschließend kognitive Tests durch.

Smalltalk-Gruppe zeigt bessere Leistungsfähigkeit

Erstaunlicherweise zeigte sich, dass die Gruppe, die sich vorab mit freundlichem Smalltalk beschäftigt hatte, in den kognitiven Tests besser abschnitt. Die Forscher sahen dabei insbesondere Verbesserungen im Bereich der Exekutiven Funktionen des Gehirn.

Mit diesem Begriff aus der Hirnforschung beschreiben Psychologen jene Funktionen, mit denen Menschen ihr eigenes Verhalten unter Berücksichtigung der Bedingungen ihrer Umwelt steuern. Dazu gehören das Setzen von Zielen, strategische Handlungsplanung zur Erreichung dieser Ziele, das Einkalkulieren von Hindernissen auf dem Weg dahin, die Priorisierung, die Selbstkontrolle und das Arbeitsgedächtnis.

Bessere Arbeitsergebnisse erzielen


In der Kontrollgruppe, die sich vor den Tests mit kompetitiven Unterhaltungen beschäftigt hatte, wurden hingegen keine derartigen Verbesserungen der Hirnfunktionen festgestellt. So lässt sich festhalten, dass Smalltalk mit Kollegen und Coworkern nicht nur Spaß machen und auf emotionaler Ebene zufriedenstellen kann, sondern tatsächlich auch dabei hilft, besser und effizienter zu arbeiten.

Perspektive des Partners einnehmen

Professor Ybarra, der Leiter der Studie, erklärt die Ergebnisse folgendermaßen: „Wir glauben, dass die Verbesserungen in der Leistungsfähigkeit des Gehirns darin begründet sind, dass manche sozialen Interaktionen uns Menschen dabei helfen, die Gedanken der anderen zu lesen und ihre Perspektive auf die Sicht der Dinge einzunehmen. Sich in die Haut eines anderen zu versetzen, kann also dabei helfen, unsere exekutiven Funktionen zu verbessern.".

Soziale und exekutive Funktionen sind verbunden

Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist für Professor Ybarra und sein Team, dass sie hiermit zeigen konnten, dass es im Gehirn eine Art Überlappung gibt zwischen sozial-kognitiven Funktionen und exekutiven Funktionen.

Gute Bedingungen für Smalltalk im Coworking Space

Mit dem Wissen um den mannigfaltigen Nutzen von Smalltalk im Hinterkopf, sollten wir alle noch motivierter sein, öfter mal den Schreibtisch zu verlassen, um bewusst eine kleine Kaffeepause einzulegen oder auch die Mittagspause für freundliche Unterhaltung zu nutzen. Im Coworking Space ist dieser Gedanke des Austauschs auf vielen Ebenen von vornherein in der Konzeption und Gestaltung der verschiedenen Räumlichkeiten angelegt. Wir brauchen also nur noch die Chancen zu nutzen, die sich uns hier bieten.


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